2017·06·18 · REISEENGLAND

Big Ben

Wer „Big Ben” sagt, meint fast immer den ganzen Turm – dabei gehört der Name eigentlich nur der großen Glocke, die tief im neugotischen Elizabeth Tower hängt. Diesen kleinen Widerspruch fand ich von Anfang an sympathisch: London nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, wie man es dem steifen Anblick des Parlaments zusähe.

Direkt an der Themse gelegen, neben dem Palace of Westminster, wirkt der Turm je nach Licht völlig unterschiedlich. Bei bedecktem Himmel verschwindet die Turmspitze fast im Grau, bei tiefstehender Sonne dagegen glüht der helle Stein golden, und die Uhr wird zu einem eigenen kleinen Ereignis. Ich habe viel Zeit damit verbracht, den richtigen Moment abzuwarten, in dem Licht, Wasser und Architektur zusammenpassen.

Der Palace of Westminster daneben, Sitz des britischen Parlaments, gibt dem Ganzen zusätzliches Gewicht: Hier wird nicht nur fotografiert, sondern seit Jahrhunderten Politik gemacht, und man spürt diese Geschichte förmlich in den Steinen. Für einen Fotografen ist das eine seltene Kombination – ein Bauwerk, das zugleich Wahrzeichen, Arbeitsstätte und lebendiges Symbol ist.

Am Ende bleibt Big Ben für mich vor allem eines: ein Turm, der es schafft, gleichzeitig vertraut und überraschend zu wirken, egal wie oft man ihn schon gesehen hat.

Big Ben

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