2018·08·09 · REISEISLAND

Im isländischen Hochland

Das unbewohnte Hochland im Zentrum Islands ist nur über Schotterpisten mit Flussfurten erreichbar - eine karge, vulkanische Weite aus Moos und schwarzer Asche, weit weg von allem.

Die F-Roads beginnen dort, wo die Ringstraße endet. Kein Belag mehr, kein Handyempfang, nur Schotter, der sich vor mir in die Weite zieht, und irgendwann eine Furt, durch die ich das Auto fahren muss, weil keine Brücke sonst hinführt. Jede Furt ist ein kleiner Moment der Anspannung - Wasserstand schätzen, Strömung lesen, dann durch.

Und dann ist da nichts mehr außer Weite. Schwarze Aschefelder, so weit das Auge reicht, unterbrochen von Moosflecken in einem Grün, das fast unwirklich wirkt gegen das Schwarz darunter. Keine Bäume, keine Zäune, keine Menschen. Ich habe selten einen Ort erlebt, an dem sich die eigene Kleinheit so unmittelbar anfühlt wie hier.

Fotografisch ist das Hochland ein Geschenk und eine Herausforderung zugleich - das Licht ändert sich in Minuten, Wolken werfen Schatten über Kilometer hinweg, und die Vulkanlandschaft verweigert sich jeder gewohnten Bildsprache. Genau das macht sie so besonders. Wer hierher will, muss sich vorbereiten, aber die Stille, die einen dort empfängt, ist es wert.

Im isländischen Hochland

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