2018·08·13 · REISEISLAND

Kirkjufellsfoss

Es gibt Motive, die man kennt, bevor man sie je gesehen hat, weil sie einem auf jeder zweiten Island-Postkarte begegnet sind. Kirkjufellsfoss ist so eines, und trotzdem hat mich der Moment, in dem ich selbst davorstand, völlig überrascht.

Der Berg Kirkjufell, dessen Name Kirchberg bedeutet, erhebt sich auf der Halbinsel Snæfellsnes so eigenwillig geformt aus der Landschaft, dass man versteht, warum er zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Islands geworden ist. Davor, in gleich zwei kleinen Kaskaden gestaffelt, fließt der Kirkjufellsfoss, klein im Vergleich zu den großen Wasserfällen des Landes, aber perfekt platziert, um dem Berg im Bild noch mehr Tiefe zu geben.

Ich bin an diesem Abend mehrmals um die Kaskaden herumgegangen, habe die Perspektive gewechselt, mal tief am Wasser, mal etwas erhöht, immer auf der Suche nach der Anordnung, in der Fels, Wasser und Berg sich zu einer Linie fügen. Genau dieses Zusammenspiel macht den Ort zu einem der meistfotografierten Islands, und man merkt schnell, wie viele Blickwinkel dieses kleine Stück Landschaft tatsächlich hergibt.

Wenn das Licht stimmt und der Himmel mitspielt, braucht es hier keine große Inszenierung. Der Berg, das Wasser, ein bisschen Geduld, mehr nicht.

Kirkjufellsfoss

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