2017·12·28 · REISESCHOTTLAND

Loch Katrine

Mitten in den Trossachs liegt Loch Katrine, ein See, an dem im Winter kaum ein Laut zu hören ist. Hier soll einst Rob Roy zuhause gewesen sein, und hier fand Walter Scott den Stoff für „The Lady of the Lake”.

Ich bin am Ufer entlanggegangen, langsam, ohne festen Plan, nur um zu sehen, wie sich das Licht auf dem Wasser verändert. Der See lag an diesem Tag fast reglos zwischen den bewaldeten Hügeln, nur hin und wieder kräuselte ein Windstoß die Oberfläche. Dieses „Rob-Roy-Land”, wie es hier genannt wird, hat etwas Zurückgezogenes, fast Trotziges an sich, als hätte sich die Landschaft entschieden, ihre Geschichten für sich zu behalten.

Dass Walter Scott sich ausgerechnet hier zu einem seiner bekanntesten Werke inspirieren ließ, wundert mich nicht. Es gibt Orte, die literarisch wirken, bevor man ein Wort darüber gelesen hat, und Loch Katrine gehört für mich dazu. Die Hügel rahmen den See wie eine Bühne, auf der gerade niemand steht, das Wasser wartet.

Im Winterlicht wirkt alles gedämpfter, die Farben zurückhaltender, aber genau das gefällt mir an diesem Ort. Keine Postkartenkulisse, sondern ein stiller, etwas melancholischer Blick auf die Trossachs, den man am liebsten für sich behalten würde.

Loch Katrine

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