2019·04·27 · REISEGRIECHENLAND

Oía am Kraterrand

Es gibt diesen einen Blick, für den die meisten nach Oía kommen: die weißen Häuser, die sich in Terrassen den Kraterrand hinabstaffeln, dazwischen blaue Kuppeln und ein paar alte Windmühlen, und dahinter die weite, tiefblaue Caldera. Ich habe ihn oft gesehen, auf unzähligen Bildern, und war trotzdem nicht darauf vorbereitet, wie sehr er in Wirklichkeit wirkt.

Die Caldera selbst ist das Überbleibsel einer gewaltigen Vulkanexplosion, die vor über 3.500 Jahren die halbe Insel ins Meer sprengte. Was heute wie eine idyllische Bucht aussieht, ist in Wahrheit der geflutete Krater - und die Dörfer kleben am Rand des Abgrunds, als hätten sie sich mit den Jahrhunderten dort festgekrallt.

Für die Fotografie ist Oía ein Fest aus Weiß gegen Blau, aus Licht und harten Schatten. Ich habe mich am späten Nachmittag treiben lassen, als die Sonne tiefer stand und die Kanten der Häuser weich wurden. Jede Gasse öffnet einen neuen Ausschnitt, jede Treppe einen neuen Blick auf das Meer.

Kein Wunder, dass dieser Ort so oft fotografiert wird - und doch fühlt sich jedes Bild an, als hätte man ihn selbst gerade erst entdeckt.

Oía am Kraterrand

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