Reynisfjara
Schwarzer Sand, so weit das Auge reicht, und darüber ein Himmel, der sich in Island selten für mehr als eine Stunde am Stück gleich verhält. Reynisfjara bei Vík im Süden Islands ist einer dieser Orte, an denen ich das Gefühl hatte, nicht mehr auf der Erde zu stehen, sondern irgendwo dazwischen.
Die Basaltsäulen, die sich an der Klippe zu einer fast geometrischen Orgelwand auftürmen, wirken wie von Menschenhand gemacht, obwohl sie reines Naturwerk sind, geformt von langsam abkühlender Lava. Davor, im Wasser, ragen die Felsnadeln der Reynisdrangar auf, und je nach Legende sollen es versteinerte Trolle sein, die der Morgen überrascht hat. An diesem Strand nimmt man solche Geschichten sofort ab.
Was ich nie vergesse, wenn ich hier fotografiere, ist der Respekt vor dem Meer. Die berüchtigten sneaker waves, die ohne Vorwarnung weit den Strand hinaufschießen, haben schon genug Menschen überrascht, dass man den Blick nie ganz vom Wasser nimmt, egal wie sehr einen die Säulen oder die Nadeln ablenken wollen.
Fotografisch ist Reynisfjara ein Kontrastspiel, schwarzer Sand, weiße Gischt, graue Basaltwände, und ein Licht, das alles noch fremder erscheinen lässt, als es ohnehin schon ist.
