Snæfellsnes
Snæfellsnes wird nicht ohne Grund oft als Island im Miniaturformat beschrieben. Auf dieser einen Halbinsel im Westen des Landes finden sich Lavafelder, schwarze Strände, schroffe Steilküsten und Wasserfälle, die woanders eine eigene Anreise wert wären, hier aber einfach am Wegesrand liegen.
Ich bin auf dieser Etappe der Reise 2018 an einem Wasserfall vorbeigekommen, den kaum jemand kennt und der auf keiner der üblichen Listen der großen isländischen Fälle steht. Gerade das machte ihn interessant, kein Absperrband, keine Menschentraube, nur das Rauschen des Wassers und der Wind von der Küste her. Man merkt in solchen Momenten, wie viel Island noch abseits der bekannten Ziele zu bieten hat.
Über allem thront der Snæfellsjökull, der Gletschervulkan, der die Silhouette der Halbinsel von fast jedem Punkt aus prägt. Ich musste an Jules Verne denken, der diesen Berg zum Ausgangspunkt seiner Reise zum Mittelpunkt der Erde gemacht hat, und an diesem Ort ist es nicht schwer zu verstehen, warum ein Vulkan, der aussieht, als könnte er ein Tor in die Tiefe verbergen, einen Schriftsteller zu solchen Gedanken inspiriert.
Die Küste hier ist wild, unberechenbar und in jedem Licht anders, ein Ort, an dem ich gerne wiederkomme.
