2017·06·20 · REISEENGLAND

Tower Bridge

Die Tower Bridge über der Themse ist eines dieser Bauwerke, die man zu kennen glaubt, lange bevor man zum ersten Mal davorsteht. Und doch überrascht sie: Die beiden neugotischen Türme wirken massiver und filigraner zugleich, als es Fotos je vermitteln konnten.

Wir haben die Brücke zu unterschiedlichen Tageszeiten besucht, und jedes Mal veränderte sich ihr Charakter mit dem Licht. Am frühen Morgen, wenn der Verkehr noch ruht, liegt über der Themse eine fast andächtige Stille, die Türme spiegeln sich matt im Wasser. Am Abend, wenn die Brücke beleuchtet wird, wirkt sie beinahe theatralisch, als hätte man eine Bühnendekoration mitten in die Stadt gestellt.

Immer wieder erlebten wir, wie Besucher die Tower Bridge mit der schlichten London Bridge etwas flussaufwärts verwechseln – ein Irrtum, den man versteht, sobald man weiß, wie sehr die viktorianische Klappbrücke mit ihren Türmen das Bild von London geprägt hat, das man aus Filmen und Postkarten kennt. Dabei ist gerade die Mechanik der Brücke, die sich noch immer öffnen lässt, um Schiffe passieren zu lassen, das eigentliche Wunder – ein Stück Ingenieurskunst aus dem 19. Jahrhundert, das bis heute funktioniert.

Für mich bleibt die Tower Bridge ein Motiv, zu dem man immer wieder zurückkehrt, weil es sich nie ganz gleich zeigt.

Tower Bridge

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