Walchensee
Der Walchensee gehört zu den tiefsten und größten Alpenseen Bayerns, und an klaren Wintertagen versteht man, warum er so viele Menschen anzieht, die eigentlich nur „kurz vorbeischauen” wollten und dann Stunden bleiben. Das Wasser liegt tiefblau und ungewöhnlich klar vor der Bergkulisse, die sich je nach Wetter und Jahreszeit völlig neu inszeniert.
Ich war im Winter dort, an einem jener Tage, an denen die Luft glasklar ist und das Licht auf dem Wasser hart und kontrastreich wirkt. Kein Segler, kein Surfer weit und breit – im Sommer sieht das anders aus, dann liegt der See voller bunter Segel, und der stete Wind macht ihn zu einem der beliebtesten Reviere Bayerns für alle, die aufs Wasser wollen. Im Winter dagegen gehört er fast ausschließlich den Bergen, die sich in seiner Oberfläche spiegeln, wenn der Wind stillhält.
Kein Wunder, dass schon der Maler Lovis Corinth den Walchensee immer wieder auf die Leinwand gebracht hat – kaum ein anderer See in den bayerischen Alpen bietet ein derart wechselndes Zusammenspiel aus Wasser, Licht und Gipfeln. Für mich als Fotograf ist er ein Ort, an den ich immer wieder zurückkomme, weil er nie zweimal gleich aussieht.
